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Sitzen wir uns krank?

Ob wir am Wochenende einen sitzen haben, jemanden sitzen lassen oder etwas nicht auf uns sitzen lassen – in all diesen Tätigkeiten spielt das Sitzen eine zentrale Rolle. Auch wir sitzen sehr viel: auf dem Weg zur Arbeit, von der Arbeit nach Hause, während der Büroarbeit und oft auch am Abend auf der Couch. Dass stundenlanges Sitzen unserem Rücken und unserer Muskulatur schaden kann, ist wohl den meisten bekannt.

Nun konnte mithilfe von Studien gezeigt werden, dass zu langes Sitzen schwerwiegende
Folgen auf unsere Gesundheit und unsere Lebenserwartung haben kann. Neben diversen Krankheiten nimmt die Lebenserwartung von Menschen, die ihr Leben viel im Sitzen verbringen, ab. Das Fazit der Forscher: Sitzen ist das neue Rauchen!

Wirbel und Muskulatur

Beim Sitzen wird die Wirbelsäule kaum bewegt und auf den Bandscheiben lastet ein Druck, der sie dünner werden lässt. Auch die Gelenke zwischen den Wirbeln rutschen ineinander und die Rückenmuskeln erschlaffen, wenn man sich länger als eine Stunde nicht bewegt. Deshalb sollte man jede Stunde für einige Minuten aufstehen und sich bewegen. Die Bewegung sorgt dafür, dass die Bandscheibe durch den Wechsel von Druck und Entlastung stetig mit Nährstoffen und neuem Blut versorgt wird.

Durchblutung

Beim Gehen zirkuliert das Blut besser und wird nicht gestaut. Bei mehrstündigem Sitzen jedoch, kann sich das Blut in den Beinen stauen und die Venen werden immens beansprucht. Es können sich Krampfadern bilden und das Thromboserisiko kann sich erhöhen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Dauersitzen kann das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung erhöhen und sogar einen Herzinfarkt begünstigen. Während wir sitzen, verbrennen unsere Muskeln weniger Fett und das Cholesterin kann sich in den Herzkranzgefäßen ablagern. Wenn dabei eine Arterie blockiert wird, kann dies einen Herzinfarkt herbeiführen.

Diabetes

Auch kann sich das Dauersitzen auf die Bauchspeicheldrüsen auswirken. Das Hormon Insulin ist dafür zuständig, dass Zucker aus dem Blutkreislauf in die Zellen befördert wird. Muskeln, die sich nicht bewegen, sprechen jedoch geringer auf Insulin an. Die Folge ist eine vermehrte Produktion an Insulin, die Diabetes hervorrufen kann.

Krebs

Wissenschaftler haben eine Korrelation zwischen Bewegungsmangel und Krebsrisiko feststellen können. Insbesondere das Risiko für Brustkrebst, Darm- und Gebärmutterhalskrebs soll sich ,laut Studien, durch Dauersitzen vergrößern.

Gehirn

Bei langem Sitzen verlangsamen sich Gehirnaktivitäten und die Hirnfunktion. Zudem werden Stresshormone nicht abgebaut, die auf lange Zeit gesehen, den Grundstein für Depressionen legen können. Bei Bewegung wird das Gehirn mit Sauerstoff und frischem Blut versorgt. Zudem werden Botenstoffe freigesetzt, die denkfördernde und stimmungsaufhellende Wirkungen haben.

Wie sitze ich mich gesünder?

Der Büroalltag sollte eine ausgewogene Mischung aus Sitzen, Stehen und Gehen sein. Dies ließe sich am besten mit einem höhenverstellbaren Schreibtisch oder einem Stehpult realisieren. Damit wäre erzielt, dass man seine Zeit im Büro nicht nur im Sitzen, sondern auch im Stehen bewältigen kann.

Mindestens jede Stunde sollte man einige Minuten in die Körperbewegung investieren: das ist nicht nur gesünder, sondern auch produktiver! Es fördert die Leistungsfähigkeit und Konzentration. Ein kurzer Gang zu den Kollegen anstatt einer E-Mail oder auch das Gehen während des Telefonierens wären gute Möglichkeiten, etwas Bewegung in den Berufsalltag einzubauen.

Natürlich sollte man sich mehrmals in der Woche, vor oder nach der Arbeit, sportlich betätigen. Auch ein guter Bürostuhl, der ein gerades Sitzen ermöglicht, ist von Vorteil. Gegebenenfalls kann auch ein Gymnastikball für Zwischendurch als Möglichkeit herhalten, um dem Dauersitzen entgegen zu wirken. Dieser verstärkt die Aktivität der Bauch-, Bein- und Gesäßmuskulatur.

Titelbild: fotolia.com – ©Gina Sanders