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Unbefristeter Arbeitsvertrag - Alles was Du darüber wissen musst

Heutzutage ist es für viele Arbeitnehmer sehr wichtig, einen unbefristeten Arbeitsvertrag zu erlangen. Dieser Wunsch wird aber immer mehr zur Ausnahme. Gerade Berufseinsteiger beginnen mit einem befristeten Arbeitsvertrag ins Berufsleben. Neben der wirtschaftlichen Planungssicherheit, ist der unbefristete Arbeitsvertrag auch ein gutes Indiz dafür, dass der Arbeitgeber den Arbeitnehmer längerfristig im Unternehmen halten möchte. Doch auch bei einem unbefristeten Arbeitsvertrag ist die Kündigungsfrist relativ kurz und selbst bei einer langjährigen Beschäftigung, steigt diese nur langsam an.

Inhalt eines unbefristeten Arbeitsvertrages

In einem unbefristeten Arbeitsvertrag wird kein genaues Datum genannt, an dem das Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber automatisch endet. Das ist der Hauptunterschied zu dem befristeten Arbeitsvertrag. Ansonsten unterscheiden sich die Arbeitsverträge inhaltlich nicht viel voneinander. In einem unbefristeten Arbeitsvertrag werden die rechtlichen Mindestanforderungen, wie Arbeitsort, Aufgabenbereich, Probezeit, Arbeitszeit, Geltung des Tarifvertrags, das Gehalt und die Urlaubsdauer des Arbeitnehmers, schriftlich festgehalten. Sehr häufig werden auch Regelungen, die für die aufgenommene Tätigkeit und für den Arbeitgeber wichtig sind, dort verschriftlicht. Solche Regelungen könnten z.B. Geheimhaltungsklauseln oder Regelungen zur Arbeitskleidung beinhalten.

Kündigung bei einem unbefristeten Arbeitsvertrag

Der Arbeitgeber muss sich bei einem unbefristeten Arbeitsvertrag an die gesetzlichen Kündigungsfristen, die vom Teilzeit und Befristungsgesetz (TzBfG) festgelegt sind, halten. Je nachdem, wie lang der Arbeitnehmer im Betrieb tätig ist, gibt es unterschiedliche Kündigungsfristen. Wenn der Arbeitnehmer länger als zwei Jahre im Betrieb beschäftigt ist, gibt es eine Kündigungsfrist von einem Monat, jeweils zum 15. eines Kalendermonats oder zum Monatsende. Nach fünf Jahren erhöht sich die Kündigungsfrist auf zwei Monate. Bei einer Beschäftigung von zehn Jahren, erhöht sich die Kündigungsfrist auf vier Monate. Nach fünfzehn Jahren sind es sechs Monate und ab zwanzig Jahren, sieben Monate.

Besonderheiten des unbefristeten Arbeitsvertrages

Die Probezeit darf nicht länger als sechs Monate betragen. In dieser Zeitspanne darf sowohl der Arbeitnehmer, als auch der Arbeitgeber den Vertrag kurzfristig kündigen. Dies hat meistens zwei Wochen im Voraus zu geschehen, entweder zum 15. des Monats oder zum Monatsende. Eine Ausnahme gilt, wenn eine außerordentliche Kündigung, also eine fristlose Kündigung erfolgt. Diese kann dann eintreten, wenn der Arbeitnehmer mutwillig gegen eine Regelung des Arbeitsvertrages verstoßen hat (z.B. Diebstahl von Firmeneigentum). Wenn ein Arbeitnehmer bereits einen kalendermäßig befristeten Arbeitsvertrag hatte, so ist es dem Arbeitgeber nicht erlaubt, noch einmal einen solchen Vertrag zu geben. Möchte ein Arbeitgeber einen befristet eingestellten Arbeitnehmer weiter an seinen Betrieb binden, muss er ihm entweder einen zweckmäßig befristeten Arbeitsvertrag anbieten, der z.B. auf die Dauer eines bestimmten Projekts beschränkt ist, oder in einen unbefristeten Arbeitsvertrag übergehen. Titelbild: Fotolia.com – ©contrastwerkstatt