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Viele Firmen sind mit Bachelor-Absolventen unzufrieden

In acht Jahren zum Abitur, in drei bis vier Jahren (in der Regelstudienzeit) zum Bachelor-Abschluss und dann ins Berufsleben! Die Studierenden sind nicht selten zum Beginn ihres Berufslebens, Anfang zwanzig und ohne Praxiserfahrung. Und genau dies kritisieren viele Unternehmen.

Zufriedenheit mit Bachelor-Absolvierenden nimmt ab

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) befragte 2000 Unternehmen nach der Praxistauglichkeit von Bachelor-Absolventen. Die Befragung ergab, dass lediglich 47 Prozent der Unternehmen angaben, sie seien mit den Kompetenzen von Berufseinsteigern mit einem Bachelor-Abschluss, zufrieden. Im Jahr 2007 waren es noch 67 Prozent aller Firmen, im Jahr 2011, 63 Prozent. Dabei sind besonders kleine Unternehmen, die Tourismuswirtschaft und Gesundheitsdienstleister von der Einsatzfähigkeit der jungen Absolventen enttäuscht. Die Unternehmen wünschen sich stärker praxisorientierte Studiengänge. Mit Master-Absolventen seien 78 Prozent der Unternehmen sehr zufrieden. Dies liege daran, dass sie eben die nötigen Sozialkompetenzen mitbringen.

Problem der Überakademisierung

DIHK-Präsident Eric Schweizer sieht das Problem in der “Überakademisierung”. Es würden zu viele studieren, die eigentlich in einer Berufsausbildung besser aufgehoben wären. Das sei gerade für kleinere Unternehmenn ein Problem. Große Unternehmen bieten Studienabsolventen sogenannte Trainee-Programme an, die sie ideal auf das Berufsleben im jeweiligen Unternehmen vorbereiten und qualifizieren. Kleinere Unternehmen könnten sich solche Nachqualifizierungen in der Regel weder zeitlich, noch finanziell, leisten.

Verantwortung liegt auch bei Universitäten

Schweizer weist zudem auf die hohe Abbruchquote bei Bachelor-Studierenden hin und will, dass daraus Konsequenzen gezogen werden. Die Studienplätze sollten wieder verknappt werden und die Hochschulen sinnvolle Zulassungsbeschränkungen einführen, die sich nicht nur an Abiturnoten orientieren. Somit erhofft er sich, dass man geeignete Kandidaten für die richtigen Fächer finden könne. Zudem wünscht er sich von Universitäten, dass sie die Studierenden besser auf das Berufsleben vorbereiten. Titelbild: Fotolia.com - ©apops