Unser Karriere-Ratgeber

Berufsbezeichnungen aus der Online-Branche und ihre Bedeutungen

In Zeiten des World Wide Web hat sich nicht nur das Freizeitverhalten vieler Menschen in Richtung digitaler Welt verschoben, die Onlinebranche bietet auch unzählige Möglichkeiten, sich beruflich zu entfalten und Geld zu verdienen. Nirgends findet sich eine so große Vorliebe für Anglizismen wie in der deutschen Wirtschaft und hier vor allem in der Online-Branche. Englische Berufsbezeichnungen sollen frisch und modern daherkommen, in ihnen schwingt Jugendlichkeit, Vitalität und Weltoffenheit mit. Außerdem klingen sie meist viel hochtrabender als ihre deutschen Synonyme. Das sorgt aber gleichzeitig für Verwirrungen. Viele Menschen wünschen sich allerdings Klarheit und wollen wissen, welche Tätigkeiten sich hinter den Begriffen verstecken. Hinter großspurigen Ausdrücken verbergen sich oft ganz normale Jobs. Einer näheren Klärung bedarf es bei vielen Ausdrücken trotzdem noch, weshalb im Folgenden etwas Licht ins Dunkel gebracht und die wichtigsten Berufsbezeichnungen der Onlinebranche erklärt werden sollen.

Social-Media-Manager

werden oft auch als Community-Manager bezeichnet und sind verantwortlich für Inhalte und Botschaften des Unternehmens in den sozialen Online-Medien. Sie veröffentlichen und kommentieren Blogbeiträge, Status Updates und Foreneinträge in allen sozialen Online-Medien, in denen das Unternehmen vertreten ist. Dies können soziale Netzwerke wie Facebook, Google+ und XING, Mikrobloggingdienste wie Twitter und Instagram oder Videoportale wie YouTube und MyVideo sein. Sie sind zuständig für die Entwicklung, Koordination und Ausführung sämtlicher Social Media Aktivitäten, die Erstellung von Reportingstrukturen, Monitoring-Konzepten und die Sicherung der Qualität von Inhalten. Social-Media-Manager sind die Schnittstelle zu anderen Bereichen des Unternehmens, es gibt deshalb oft Überschneidungen zu Tätigkeiten von Online-Redakteuren und Content-Managern. Personen, die in diesem Bereich arbeiten, sollten sich gut mit der Funktionsweise und den Beschränkungen von Social-Web-Diensten auskennen und einschätzen können, welche Online-Medien sich für die Verbreitung bestimmter Inhalte eignen und welche nicht. Ein grundlegendes technisches Verständnis im Umgang mit Computer, Internet und Content-Management-Systemen sollte vorhanden sein.

Online-Redakteure

erstellen Inhalte und leisten eine webgerechte Aufbereitung von Informationen. Dazu gehören Tätigkeiten wie Recherche, Konzeption, Visualisierung und Informationsvermittlung. Im Gegensatz zum klassischen Redakteur werden an Online-Redakteure technische Anforderungen gestellt und es gibt einige Überschneidungen zu Content-Managern, Online-Journalisten und Web-Projekt-Managern. Voraussetzung ist ein sicherer Umgang mit Computer, Internet, Content-Managemen-Systemen, neuen Medien und Bildbearbeitungsprogrammen. Da der Onlineauftritt von Unternehmen immer wichtiger für die Kundenbindung wird, sollten Online-Redakteure auch Kunden- und Serviceorientierung beherrschen.

SEO-Manager

Die zunehmende Bedeutung des E-Commerce bringt auch eine erhöhte Nachfrage nach SEO-Experten mit sich. Ihre Aufgabe besteht darin, eine Strategie zu entwickeln die Internetpräsenz eines Unternehmens bei Suchergebnissen gut auffindbar zu machen um möglichst viele Besucher auf eine Webseite zu leiten. Mit der Erhöhung des Traffic steigt die Wahrscheinlichkeit, dass geschaltete Werbung von Usern angeklickt und Produkte gekauft werden. SEO-Manager sind somit für die On- und Off Page-Optimierung einer Webseite sowie für die Marktbeobachtung und -analyse zuständig. Sie sollten sehr technik- und internetaffin sein und sich gut mit HTML und XML auskennen.

Online-Marketing-Manager

sind eng verwandt mit SEO-Managern. Sie sind verantwortlich für die Entwicklung von Marketingstrategien, um eine möglichst hohe Anzahl von Besuchern, also potenziellen Kunden, auf die Homepage eines Unternehmens zu bringen. Dies setzen sie auf verschiedene Arten und Weisen durch, etwa über Suchmaschinenoptimierung oder Suchmaschinenmarketing. Außerdem sind sie vor allem für die Koordinierung und Leitung dieser Aufgaben zuständig. Neben der Steigerung der Auffindbarkeit und Reichweite von Webseiten und Online-Shops gehört auch die Erfolgskontrolle der Marketing-Maßnahmen und das Reporting zu ihren Aufgaben. Online-Marketing-Manager sollten ein tief gehendes Verständnis betriebswirtschaftlicher Vorgänge und der Zusammenhänge und Entwicklungen im Internet besitzen. Oft wird auch ein weitreichendes Wissen über den technischen Aufbau und die Konzeption einer Webseite gefordert.

Marketing Consultants

arbeiten mit Unternehmen zusammen und beraten sie bei der Vermarktung ihrer Angebote. Sie entwickeln Strategien, die auf das jeweilige Unternehmen angepasst sind und setzen ihre kreativen Ideen in einen funktionierenden Vermarktungsplan um. Im Vordergrund steht die ideale Präsentation von Produkten und Dienstleistungen des Unternehmens. Marketing Consultants sollten Kenntnisse in Psychologie, Wirtschaft und Kommunikation besitzen, kreativ und analytisch arbeiten und das Konsumverhalten sowie Entwicklungen des Marktes überblicken können. Es gibt viele Marketing-Berufe, die spezielle Zusatzanforderungen haben. Im Bereich Seo-Consulting beispielsweise analysieren Experten Algorithmen und beobachten Entwicklungen im Online-Bereich, das Senior-Product-Management beschäftigt sich hingegen mit der Entwicklung von Produkten und verlangt von Managern daher vertieftes wirtschaftliches Wissen.

Web-Developer

werden auch als Web-Programmierer, Web-Entwickler und Multimedia-Programmierer bezeichnet. Ihre Aufgabe ist die Erstellung von Webseiten bzw. Web-Modulen mithilfe von Programmiersprachen und Autoren- und Redaktionssystemen. Sie sollten ein ausgeprägtes technisches Verständnis und eine hohe Internetaffinität mitbringen.

Webdesigner

übernehmen oftmals Aufgaben von Web-Entwicklern und sind ebenfalls zuständig für die Erstellung und Pflege von Webseiten. Dazu gehören vor allem Gestaltung, Aufbau und Nutzerführung, also das Interface Design und die Umsetzung des Corporate Designs. In großen Internetagenturen sind Webdesigner vor allem für das Layout und Design von Webseiten zuständig, während in kleineren Unternehmen auch die Programmierung in ihren Aufgabenbereich fällt. Webdesigner sollen den besten Kompromiss zwischen den Wünschen des Auftraggebers, den Ansprüchen der Besucher und den technischen Möglichkeiten finden. Kenntnisse in Design, Bildbearbeitung, HTML, CSS, Flash und Content-Management-Systemen sind Voraussetzungen.

Webanalysten oder auch Marketing Controller

sind dafür zuständig, Ad-hoc-Analysen und umfangreiche Auswertungen zu erstellen. Anhand der Ergebnisse verfassen sie Reports für die Marketing- und Produktabteilung und geben Handlungsempfehlungen. Sie sind somit die Schnittstelle zu anderen Abteilungen wie Business Intelligence, IT und Produktmanagement. Webanalysten sollten einen hervorragenden Umgang mit Webanalyse-Tools und Tracking-Technologien sowie Tag-Management-Systemen mitbringen. Außerdem sollten sie ein hervorragendes Zahlenverständnis und Abstraktionsvermögen besitzen.

Fazit

Englische Berufsbezeichnungen sollen nicht ausschließlich gut klingen und andere beeindrucken, sondern nebenbei auch eine Abgrenzung der heutzutage sehr spezialisierten Berufe ermöglichen. Steht auf einer Visitenkarte beispielsweise “Dipl. Betriebswirt”, die Person ist aber eindeutig Experte für Online- oder Social-Media-Marketing, hilft das weder dem Kunden, noch dem Dienstleister weiter. Bezeichnungen die aus dem Englischen kommen bieten da eine Konzentration auf das Wesentliche, damit sich Angesprochene gleich vorstellen können, für welchen Bereich das Gegenüber zuständig ist. Bei Bewerbungen auf Jobs in der Onlinebranche sollte sich immer vorher genau informiert werden, was eigentlich hinter den teilweise skurrilen Bezeichnungen steckt. Ausbildungswege sind längst nicht mehr auf einen einzigen Beruf festgesteckt, sodass manchmal viele Wege zum Ziel führen können. Titelbild: Fotolia.com - ©Rawpixel